2013

liberty message

Christen. Im Irak?

Ja, es gibt sie noch, trotz Verfolgung, Flucht, Gewalt. Unter Waffen stehend, verteidigen sie ihren Glauben an die Botschaft des Friedens. Ihre Hochburg ist eine Stadt namens Karakosh
(Malte Henk, GEO 08/2012)

Seit dem Bombenattentat, bei dem ein Schwall Glassplitter seine linke Pupille zerstückelte, leide er unter Licht, sagt Salaam. Sein Auge könne zwar noch sehen, aber keine Helligkeit mehr abblenden, und so erscheine ihm die Welt wie ein überbelichtetes Bild. Sie schmerzt.
Salaam Kikhwa, 25 Jahre alt, ist unser Übersetzer. Er ähnelt einem Hipster, mit seinem langen schmalen Gesicht und der dunkel getönten Schlagerstarbrille, die er niemals absetzt. "Ich hasse meinen Namen", sagt Salaam. Er zündet sich eine Zigarette an und lacht. Salaam bedeutet Frieden.
Wir fahren auf einer Überlandstraße, derselben, auf der vor zwei Jahren jene Sprengsätze hochgingen, die Salaams Leben galten, seiner Stadt, seiner Religion. Ackerland zieht vorüber, weit und flach; ein braunes Meer, gegliedert nur von Strommasten. Ab und zu stoppen wir an einem Checkpoint, dann blickt ein Bewaffneter in unseren Wagen. Salaam redet von Melbourne, seiner Sehnsuchtsstadt, und darüber, dass er nicht weiß, ob er weggehen möchte oder lieber nicht. Er quasselt und quasselt, und dann vereinigen sich die Strommasten zu einem Gewirr, am Horizont tauchen Häuser auf, überragt von Kirchtürmen, und Salaam atmet durch.
"Das ist Karakosh."
Die Hochburg der Christen, mitten im Irak.
***
Wenn Gott gibt, dann gibt er zu viel; wenn Gott nimmt, dann nimmt er zu viel. So erklärt Salaam Kikhwa, was mit seiner Heimatstadt geschehen ist, dabei weiß er nicht einmal, was er noch halten soll von Gott. Es gab eine Zeit, da lebten im Irak geschätzt eine Million Christen. Ein Diktator herrschte, Saddam Hussein, und auch Christen litten unter der Machtsucht seines Regimes, das sie in Kriege schickte, das ihre Dörfer zerstörte, je nach Tageslage. Aber Christen zählten auch zur Elite des Landes. Und sie bewahrten seit jeher ihren Platz neben anderen Ethnien, anderen Religionen.
Das Martyrium begann mit dem Einmarsch der Amerikaner 2003, dem Sturz in die Hölle des Bürgerkriegs danach: Schiiten gegen Sunniten, al-Qaida gegen die Ungläubigen, der Hass der Islamisten auf die Vielfalt des alten Irak.
Heute ist mindestens jeder zweite irakische Christ auf der Flucht. Hunderttausende Menschen, viele landeten im Ausland, in Deutschland, den USA. Es scheint, als kenne die irakische Christenheit nur den Weg nach Westen, als gebe sie den Irak schon verloren. Aber das ist nicht die ganze Geschichte.
Man könnte Karakosh für eine arabische Allerweltsstadt halten: ein Haufen flacher Wohnhäuser, auf ewig unfertig mit Wänden ohne Verputz. Die Alten in den Teestuben, das blinkende Werben der Falafelbuden und Internetcafés. Dann fallen die Kirchen auf. Sie liegen wie Findlinge in der Stadt, die riesenhafte Al-Tahira, Behnam und Sara mit ihrem bauchigen Mittelschiff, den Rundbögen darüber – sechs katholische und drei orthodoxe Gotteshäuser besitzt Karakosh, dazu ein Priesterseminar, ein Kloster, ein Gemeindehaus sowie eine christliche Radiostation. Vor allen diesen Gebäuden stehen die Männer der Stadt, Junge und Alte in Flecktarn und Sportjacken, die Kalaschnikow umgehängt.
Und an den Checkpoints, rund um Karakosh, stehen noch mehr dieser Wachen. An jeder Einfallstraße eine Blechbaracke, geschmückt mit einem Heiligenbild oder bemalt mit einem Jesus am Kreuz, Atemwolken, Matsch, Autos stauen sich, ein Milizionär blickt durchs Fenster, sieht den Rosenkranz am Rückspiegel, die arabische Bibel im Ablagefach, nickt. Kurzer Wortwechsel, Taxieren des Gebarens, der Kleidung, dann steht fest, wer Christ ist, Einheimischer, und wer draußen bleibt.
"Karakosh ist unser Rom", sagt Salaam und lacht, wie er über alle seine Witze lacht. Diese Stadt des Glaubens und der vollautomatischen Gewehre ist eine verkehrte Welt: 97 Prozent aller Iraker sind Muslime; hier sind 98 Prozent der Bewohner Christen. Der Strom der Flüchtlinge aus dem ganzen Land hat die Stadt wachsen lassen, 45 000 Menschen leben hier jetzt, sie werden beschützt von 2000 Mann unter Waffen. Es scheint, als hätten die Christen des Irak ihre Linien bereinigt und sich in Karakosh in den Boden gegraben, so tief, wie es nur geht.
Der Nahe Osten verliert seine Christen. Ein Vorgang, ähnlich langwierig, komplex und unscheinbar wie der Klimawandel, doch die Gesamtschau ergibt ein klares Bild: Die größte aller Weltreligionen schrumpft in ihrer Ursprungszone zum Randprogramm. In Syrien oder Ägypten fürchten Christen, sie könnten dem Arabischen Frühling zum Opfer fallen, einem Erstarken des Islamismus. Die Lage unterscheidet sich von Land zu Land. Karakosh aber führt eine mögliche Zukunft vor: wie Christen endgültig zu den Verlierern eines Glaubenskrieges werden.
Die Schrecken der vergangenen Jahre haben diesen Nebenschauplatz im Norden des Irak, so unfassbar das klingen mag, in die größte christlich geprägte Stadt des Nahen Ostens verwandelt. In einen äußeren Kreis der Hölle, Wohnsitz der Davongekommenen und der Zurückgelassenen, Schutzraum oder Gefängnis oder beides zugleich.
***
Was Salaam Kikhwa weiß: Wie man das Vaterunser spricht; wie man ein Passwort bei Windows hackt; wie man seinem Redestrom einen australischen/englischen/amerikanischen Akzent verleiht. Was Salaam Kikhwa wissen möchte: ob Frauen beim Sex so stöhnen wie in Pornofilmen; ob der Bombenanschlag sein Leben in gute oder in schlechte Bahnen gelenkt hat.
Als es passierte, studierte Salaam am Technischen College, Department für Energiewesen, in Mosul. Keine 30 Kilometer sind es auf der Überlandstraße in die Millionenstadt, eine Angstfahrt für jeden aus Karakosh, denn in Mosul warten die Islamisten. Nach dem Anschlag exmatrikulierte ihn das College, weil er seine Studien versäumt hatte. Da erkundete Salaam gerade die Welt; der Terror hatte zwar sein Auge verstümmelt, nicht aber seinen Drang, Neues zu sehen. In Ankara nähten Ärzte die Cornea und befestigten die Retina mit Silikonöl. Den Kopf in das Kissen des Hospitals gedrückt, lag Salaam eine Woche lang regungslos und in Schmerzen, eine leidende Mumie. Den Erholungsurlaub in Italien stiftete eine Hilfsorganisation. Salaam erlebte Rom und wie normal es sein kann, ein Christ zu sein, und dann sagte die Betreuerin, Deutschland biete irakischen Christen Unterschlupf, ob er nicht gehen wolle, und Salaam dachte darüber nach.
Er kehrte heim, vergötterter Einzelsohn einer zuckerkranken Mutter und eines Vaters mit Bluthochdruck, und driftet seither durch sein Leben. An schlechten Tagen ist der Vater von Ängsten geplagt und die Langeweile eine Qual. An guten Tagen gibt es Strom, dann sitzt Salaam bis morgens am Computer und klickt sich durch Biografien von Gandhi, Englisch- Lernhilfen, Fotos von Terrorattacken, unter anderem der auf ihn selbst. 320 Gigabyte Weltersatz, so chaotisch wie der Wirbel der Gedanken in seinem Kopf.
Als Kind wollte Salaam katholischer Priester werden. Später suchte er Sinn bei einer evangelikalen Sekte, er verteilte Bibeln an die Muslime von Mosul, ein Spiel mit dem Tod. Heute glaubt Salaam zuerst an sich, die Liebe zu den Eltern, und Karakosh verlässt er selten, wohin auch?
Sein Tag- und Nachttraum: ein neues Verfahren zu ertüfteln, mit Wasserkraft Energie zu schaffen. Salaam verrät keine Details. Nur dass er Karakosh mehr Elektrizität bringen möchte, "das Licht der Welt, siehe Johannes, Kapitel 8, haha".
Er weiß um seine Intelligenz und sein Freidenkertum und was damit anzufangen wäre. Einstweilen setzt er auf Mitleid und bittet Politiker, ihm einen Job zu besorgen. "Hier kommst du nur als Terroropfer an eine Stelle. Das ist so krank, Mann."
***
Wir schlafen im katholischen Priesterseminar. Einem prächtigen Neubau, rosafarben gestrichen, mit doppeltem Arkadengang – ein Versprechen auf die Zukunft, viel zu geräumig für die elf Kandidaten und drei Gottesmänner, die hier ihrem Glauben dienen. Morgens kommt Salaam zu spät und erklärt mit charmanter Frechheit, er habe am Heizlüfter noch seine Hosen anwärmen müssen. Dann zeigt er uns seine Stadt.
Wir treffen den Bürgermeister, den die Kirche eingesetzt hat. Schauen beim Rat der Bürger vorbei, dessen Gründung die Kirche anregte. Besichtigen die Baustelle der Hochzeitshalle, finanziert von der Kirche, und sehen die Shopping Mall, ein Betonskelett, das einen Namen hat: Heiliger Sankt Georg. Die Männer in den Straßen tragen Pullover der Marke Christian Dior, und in den Büros sitzen Kettenraucher mit müdem Blick. In der einen Ecke steht immer ein TV-Gerät, meist läuft ein Gladiatorenfilm, stumm geschaltet. In der anderen Ecke hängt das Bild einer Gottesmutter mit Heiligenschein.
Ermuntert Christen nicht zum Auswandern. Helft uns, die Probleme hier zu lösen, in unserer Heimat. Diese Botschaft richtet der Parlamentsabgeordnete hinter hohen Mauern und Sicherheitsschleusen an die Adresse Europas.
"Wir stehen an zwei Fronten", sagt der Lokalpolitiker. Und: "Die Sicherheitslage ist derzeit stabil. Aber die Behörden in Mosul vergeben Land in Karakosh an Muslime von außerhalb." Ziel: die demografische Unterwanderung. "Wir haben keine Probleme mit den Muslimen, die hier seit Langem wohnen, unseren Freunden und Nachbarn, jedoch müssen wir die christliche Prägung dieser Stadt beschützen."
"Ihr im Westen habt doch Listen für bedrohte Vogelarten", sagt der Stadthistoriker. "Betrachtet uns irakische Christen als solche Vögel."
Und alle diese bedeutenden Bürger der Stadt nennen voller Ehrfurcht den Namen Vater Louis Kasab.
Zum Mittagessen sitzen wir bei Salaam zu Hause im Hof; seine Mutter überschüttet ihren Sohn und dessen neue Freunde mit fragloser Liebe und Gastfreundschaft. Im Hof nebenan spritzen zwei Uniformierte in Badelatschen einen Pick-up ab, auf dem eine MG-Stellung thront, eine Kanzel aus glänzendem Metall. "Vater Louis haben wir alles zu verdanken", sagt Salaam. "Er regiert die Stadt."
Als wir den Vater in seinem Büro in der Kirche Behnam und Sara besuchen, verfliegt Salaams Großmäuligkeit. Er küsst die zitternde Hand des Priesters, setzt sogar die Sonnenbrille ab und schaut dem Alten entgegen, ein Starren fast ohne Pupille. Vater Louis hat ein hohlwangiges Lächeln und die Augen eines Mammuts. Gerade studiert er die neuesten Drohbriefe der Islamisten. Auf seinem Tisch liegt ein Satellitentelefon, daneben stehen mehrere Funkgeräte.
In einer versunkenen Epoche, Juni 1960, wurde Vater Louis in Mosul ordiniert. Bald erwuchs er zum Spiritus Rector der Priester von Karakosh, und als George W. Bush seinen Kreuzzug gegen Saddam plante, da erblickte der Alte jene nahenden Schatten des Bürgerkriegs, die niemand sonst wahrhaben wollte. Am Tag eins der Invasion, im Sein-oder-Nichtsein-Moment des 20. März 2003, rief Vater Louis seine Stadt zum Selbstschutz auf. Die christliche Miliz war am Anfang nur eine Truppe mit Holzlatten, aber Vater Louis beschaffte Waffen und Uniformen; von beidem gibt es genug im Irak.
Seit damals das Staatswesen zusammenbrach, verwaltet Karakosh sich mehr oder weniger selbst, gelenkt von diesem alten kranken Mann, der jeden Sonntag in seiner Soutane die frohe Botschaft predigt. Vater Louis sagt, eine Kirche zu bauen sei nichts gegen die Anstrengung, sie vor dem Feind zu schützen. Er lächelt und flüstert einige Befehle in sein Telefon. Trauert er nicht darüber, dass ihn der Wahnsinn seiner Zeit in die Arme der Machtpolitik, des Hasses womöglich, getrieben hat? Salaam versteht den Sinn dieser Frage nicht, was nicht an der Übersetzung liegt. Vater Louis versteht ihn ebenso wenig.
Eine kleine Ewigkeit lang ist es still im Büro, bis auf das Fispern der Funkgeräte. Dann spricht der Alte: Si vis pacem, para bellum. Willst du Frieden, bereite dich auf den Krieg vor.
***
Auf der Leinwand erscheint das Gesicht eines Jungen Anfang zwanzig, aufgeräumt und frisch, die Augen voll sanfter Energie. Der Junge trägt einen Rollkragenpullover und sitzt vor einer Topfpflanze, und jetzt beginnt er zu reden, seine Worte schweben wie Seifenblasen in den Saal des Gemeindezentrums Sankt Paulus, wo die Teenager der Stadt sich auf Holzbänke quetschen. Jugendnachmittag. Links die Poloshirts und Gelfrisuren, rechts die Christusketten auf noch züchtigen Dekolletés.
Ehrt eure Körper, denn sie sind Tempel, mit ihnen preisen wir Gott. So spricht der Junge und möchte nicht mehr aufhören damit. Kaum zu glauben, dass er vor zwei Jahren im Krankenhaus lag, als käme er aus einer Schlacht: das Gesicht eine Maske aus Blut, vier Tage lang blind, heulend um Valium bettelnd. Auch Adnan Deli wurde zum Opfer der Terroristen. (Er bittet uns, ein Pseudonym zu verwenden, denn seine Furcht vor ihnen besteht fort.) Adnan erlebte denselben Anschlag wie Salaam, doch erlebte er ihn anders.
Gutes hatte er schon lange getan. Als Zwölfjähriger half er den Witwen von Karakosh, Servietten wie Rosen zu falten und diese zu verkaufen; später gab er Bibelstunden, so tauchte er auf dem Radarschirm der katholischen Kirche auf. Adnan studierte Mathematik und erwog ein Dasein für Gott, und die Terroristen mit ihrer Attacke, glaubt er, haben ihm den letzten Schub versetzt, denn durch sie teilte ER sich mit. Geh ins Priesterseminar! Das tut dir gut! Du bist ein irakischer Christ! Bleibe hier, dieses Land gehört auch dir!
So sagte es Adnan seiner Familie, als er nach Hause kam aus dem Hospital, wo noch seine Schwester lag, einen fünf Zentimeter langen Nagel im Kopf.
Und nun hockt der Priesterschüler Adnan auf dem Dach des Seminars, genießt das leise Summen seiner Stadt und schaut seinen Freunden zu, den Kandidaten, die unten auf der Brachfläche einem Ball hinterherjagen. Neben dem Feld parkt eine Reihe Busse, die Motoren ein Haufen Schrott, die Fenster leere Höhlen. Stiege Adnan in einen dieser Busse, dann sähe er Blutflecken, einen einsamen Schuh mit Micky-Maus-Schleife, Bücher in Fetzen; als handle es sich um ein Mahnmal an den Terror oder die Installation eines Künstlers, der über Gewalt im Irak nachgedacht hat. Adnan meidet solche Erinnerungsreize, so gut es eben geht. Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.
Ein Leben im Rhythmus der Morgenandachten und Unterrichtungen, abgetrennt von den Wirren außerhalb der Schutzmauern. Gleiche Zellen für alle, vom Kandidaten bis zum Erzbischof, diesem barocken Kümmerer mit Bauch und Nasenhaaren und Siegelring, der am Abendtisch mit Handbewegungen regiert. In der dämmrigen Bibliothek zehn Bände Hegel; Adnan hat jetzt einen Lieblingsphilosophen, Platon, und morgens sitzt er auf einem Klappstuhl, ein Junge in Jeans zwischen sechs Jungs in Jeans, und schreibt mit, was der Lehrer sagt. Wir sind aus Fleisch. Wir sind aus Blut. Wir müssen sterben. Aber im Sterben ist Leben, weil die Erlösung . . .
Er hastet oft im Seminar umher, Lehrersohn, Jahrgangsbester, bringt uns Decken und Tee und hilft mit hundertprozentiger Freundlichkeit. Salaam hält ihn für unreif. Einmal provoziert er Adnan, Nietzsche, Gott ist tot, solche Sachen; Adnan entwaffnet ihn mit einem Lachen, das schüchtern sein mag oder weise.
Plötzlich ein Knall. Trocken und hart und laut. Ein Gedankenriss tut sich auf, Adnan hetzt übers Flachdach und blickt von allen Seiten auf Karakosh. Der letzte Anschlag mit Toten war vor einem Jahr. Aber dort unten fahren die Autos weiter; drei Männer schleppen sich an einem Marktstand ab; Kinder klettern auf einen Baum. Irgendwo hat sich eine Trafostation entzündet und ist explodiert, alles gut also, das Fußballspiel der Priesterkandidaten läuft ruhig weiter, und jenseits der Stadtgrenze ziehen schwarze Vögel ihre Bahnen. Nach ihnen benannten osmanische Eroberer einst Karakosh: schwarzer Vogel. Es heißt, sie dachten an Schwärme, die um eine Leiche kreisen.
***
Wir fahren über Land: der Himmel wie schmutzige Milch, traurige leere Straßen im Regen, Checkpoints, die aussehen wie die Kulissenbauten eines Regisseurs, der nicht weiß, welchen Kriegsfilm er drehen möchte. Angestrahlt von Flutlichtern, kurven wir durch einen Hunderte Meter langen Hightech-Parcours aus Betonstelen, eine Hinterlassenschaft der US Army. Wir fahren an einer Holzhütte vorbei, in der sich ein paar Soldaten verschanzt haben, und irgendwo steht ein Campingwagen am Straßenrand, mit klapprigen Stühlen davor, auf denen niemand sitzt, und einem alten Mann im Fußballtrikot. Auch er trägt eine Kalaschnikow.
Hinter jedem Checkpoint hofft man auf den Beginn von etwas Neuem und wird wieder von monotoner Verlorenheit empfangen. Salaam raucht und erzählt Kurdenwitze. Seine Sonnenbrille wirkt jetzt noch überflüssiger als sonst.
Wenn Religionen über ein Gedächtnis verfügen, dann muss sich die Ninive-Ebene in das Stammhirn der Christenheit eingebrannt haben. Hier, im Norden des Irak, am Tigris-Fluss, sammelten sich in biblischer Zeit die Ureinwohner, die Vorfahren der heutigen Nation, Assyrer, Chaldäer, Aramäer, und gründeten einige der frühesten christlichen Gemeinden.
Archäologen haben Kirchen freigelegt, die aus dem 1. Jahrhundert stammen. Lange bevor arabische Wüstenkrieger einfielen, war die Gegend um Karakosh, wie der gesamte Nahe Osten, durch und durch christlicher Kulturraum.
Wie stark das Erbe nachwirkt, sieht man daran, dass die Bewohner von Karakosh auf ihrem alten Stadtnamen bestehen, Bakhdida. Und an der Vielfalt des Glaubens, die an all die judäischen Volksfronten im Film "Das Leben des Brian" erinnert: Es gibt im Irak eine chaldäische Kirche, die syrisch-katholische, die armenisch-katholische, die syrisch-orthodoxe sowie die apostolische Kirche des Ostens und so weiter.
Ein Dorf schält sich aus dem Nieseldunst, etwa zwei Dutzend uniforme und hässliche Hauswürfel, hingeklotzt auf einen Hügel im Nichts. Mit ihren Außenmauern bilden sie einen Schutzring, ähnlich einer Wagenburg, und als wir den Checkpoint passiert haben, erzählen uns die Bewohner, christliche Bauern, sie seien hier neulich erst eingezogen. Das Land gehöre einem Kloster in der Nähe, das Geld stamme "von den Kurden".
Im Irak nach Saddams Fall liegt Ninive zwischen zwei Herrschaftsgebiete gequetscht: dem arabischen Irak im Süden und dem autonomen Kurdengebiet im Norden. Die Christen können in einer halben Stunde Mosul erreichen, die No-go-Stadt, oder in einer Stunde Erbil, die Boomtown der Kurden. Beide Zonen erheben Anspruch auf Ninive, wobei die Kurden als gütige Schutzherren der Minderheiten auftrumpfen. Es ist, als wollten sie ein, zwei, viele Karakoshs schaffen, Enklaven für Christen, die dankbar diese Hilfe annehmen und doch Unbehagen spüren, weil die Kurden sie über die Landkarten der Geopolitik schieben, als seien sie Spielsteine, um die Grenzlinie zum arabischen Irak zu markieren.
In Karakosh steht vor allem die christliche Miliz unter Waffen, aber ebenso der Sicherheitsdienst der Kurden, die irakische Polizei, die Sondertruppe des Innenministeriums, und manchmal dringen auch die Peschmerga, die Kurdenkämpfer, in die Stadt vor. Solange niemand weiß, ob diese Balance der Kräfte halten wird, bleibt das Schicksal der irakischen Christen offen. Die Menschen verfallen ihrer Untergangsangst und beharren auf ihrer Zukunft im Irak, sie wollen dableiben und weggehen, es sind schizophrene Zeiten.
Als wir abends um zehn nach Hause kommen, haben wir eine Irrfahrt hinter uns. Salaam hat palavert und palavert, als wolle er jedes Nachdenken im Keim ersticken, ein Verlorener in der Nacht, ohne Ahnung von den Straßen, die durch seine Heimatregion führen. Wir sind schon fast in die Außenbezirke von Mosul geraten, dann fand sich ein Soldat, der uns den Weg zurück wies durch diese Gespensterlandschaft.
Wir halten in Karakosh am Wachtposten vor Sankt Johannis. Neben dem Kirchhof eine Hütte; darin steht eine Gruppe Männer um einen Gasofen. Salaams Vater, mit Mantel und randloser Brille und Oberlippenbart, ähnelt einem schüchternen, aber ungemein netten Lateinlehrer, aber jetzt steht er hier in kalter Nacht mit der Kalaschnikow. Die Schicht dauert sechs Stunden und bringt 200 Dollar im Monat. Das Volksheer der Christen sei auch eine Maßnahme zur Arbeitsbeschaffung, hatte Vater Louis gesagt.
"Gott segne euch, gute Nacht, bis bald."
Wir rollen zum Priesterseminar und denken an das europäische Mittelalter – an einen Stadtstaat, behütet vom Klerus, durchsetzt von Milizen, umzingelt von Ungläubigen. Salaam schmeißt unseren Plastikmüll aus dem Autofenster. Muss das sein?, fragen wir, da flippt Salaam aus. "Scheiß auf diese Stadt!", brüllt er. "Hier gibt's keine Regeln. Der Irak hat keine Regeln. Und ihr wollt mir verbieten, meinen Müll auf die Straße zu werfen? Ich habe keine Lust mehr auf diese depressive Stadt, kapiert ihr das nicht?"
***
Wir müssen die Geschichten der Flüchtlinge hören und scheuen davor zurück. Besonders Salaam scheint sich zu fürchten, in die Zone des Schmerzes einzudringen, aber an diesem Morgen gibt er sich abgeklärt. "Was wollt ihr? Gefolterte Ehemänner, tote Kinder, abgerissene Beine, alles im Angebot." Dann zeigt er uns, wie man mit einem mehrmaligen Schnalzen der Zunge seine Ergriffenheit ausdrückt, eine Art Respektbezeugung vor dem Leid.
So ziehen wir von Haus zu Haus, hilflose Kundschafter aus einer besseren Welt, die keine Lösung anzubieten haben, nur die Frage, ob jemand sein Schicksal erzählen möchte. Wir sitzen auf Sofas in immer gleichen Empfangsräumen, und Salaam klappt seinen Computer auf, um mal ein Wort zu suchen, "Trauerfeier" oder "Leichentuch".
Circa 1000 irakische Christen sind in den vergangenen Jahren dem Hass zum Opfer gefallen, viele Hinterbliebene kamen nach Karakosh. Oft über Nacht verabschiedeten sie sich von ihrem bisherigen Leben, ließen alles zurück, stiegen in Busse oder Autos und hetzten nach Karakosh. Wir sprechen mit einer zarten Studentin, die in Bagdad zusah, wie sechs Christen erschossen wurden; sie befand sich auf dem Schulweg. Wir hören davon, dass jemand Geld an die Killer seines Bruders zahlte, um dessen abgeschlagenen Kopf freizubekommen, und wir treffen eine alte Frau, deren erster Sohn in Saddams Kriegen starb. Der zweite starb hinter dem Schalter einer Apotheke in Mosul, hingerichtet am Vormittag. Und der dritte, noch lebende Sohn versteckt sich morgens in einem Krankenwagen, der ihn zu seinem Büro bringt – nach Mosul.
Wie klug diese Menschen sind. Wie wenig Energie sie in Hass und Rachlust leiten. Wie genau sie trennen zwischen jenen Muslimen, die ihre Freunde und Nachbarn sind, und den Fanatikern, die in ihre Städte kamen, um die Vielfalt des Glaubens auszulöschen. Schwierig zu sagen, was Islamismus ist und was normale Kriminalität; mit dem Kidnappen von Christen kann man einfach Lösegeld erpressen, die Familien der Opfer sind relativ wohlhabend, und sie verfügen nicht über Mittel zur Blutrache wie ein muslimischer Großclan.
Wie absurd, denken wir, dass Menschen sterben, weil sie der Bibel anhängen, denselben Erzählungen, die unsere harmlose deutsche Kindheit ausleuchteten.
Dann sitzen wir bei Lilian Janan Sa'deed, wie an einem Nullpunkt der Kälte, wo alles verloren erscheint.
Lilian weint. Sie ist Mitte zwanzig und wird ein Leben lang Schwarz tragen, die Uniform der Witwen. Auch das Unterrichten in der Mittelschule, jeden Tag vier Stunden, löst sie nicht aus der Traurigkeit, die sie umfangen hält wie Packeis. Sie war einmal eine feurige Lehrerin. Jetzt geht sie kaum noch aus dem Haus. Sei vernünftig, sagen die Nachbarn, das Leben kennt keine Pausen, werde fertig damit. Und die Folklore der Stadt preist ihren getöteten Mann Radif als "Märtyrer der Studenten", der sein Leben hergab, um Salaam und Adnan und viele andere zu retten, als der Terror zuschlug. Aber Lilian weint.
Sie kam mit ihren Eltern aus Mosul, da schien endlich alles gut zu werden. Sie fand Arbeit in der Schule, und eines Tages folgte ihr der heimliche Blick eines aufgeregten jungen Mannes auf der Straße. Radifs Blick. Fotos zeigen einen ernsten, um den Eindruck der Solidität bemühten Mann. Auch Radif war aus Mosul geflohen. Für ein Studium fehlte ihm das Geld, aber er erschuftete sich einen Ruf als guter Mechaniker, bald betrieb er an der Straße nach Mosul seine eigene Werkstatt.
Hochzeitsfest, Schwangerschaft, Zuversicht, und nun sitzt Lilian auf ihrem Sofa und weint, Atemwölkchen über ihrem Mund, und neben ihr sitzt ihre schwarz verhüllte Mutter und weint, denn nach Radif starb auch der Vater. Kein Heizlüfter, so scheint es, kann die Kälte aus diesem Raum verjagen. Wie unheimliche Fremde dringen die Geräusche der Straße in die Stille. Auf dem Couchtisch krabbelt die kleine Rafeef, ein Fratz im Schleifenjäckchen, und steckt sich ein Kinderbuch in den Mund. My little book about God.
Sie wohnen in der Flüchtlingssiedlung am Stadtrand, in der Nähe des Friedhofs. Lilian hält sich fern von Radifs Grab, aber manchmal, an heißen Tagen, trägt der Wind die Gerüche der Toten herüber, die dort in oberirdischen Kammern liegen. Als Lilian davon berichtet, hat Salaam einen irren Lachanfall. "Der Irak", prustet er. "Das ist der Irak."
Salaam spielt mit dem Gedanken ans Auswandern; Lilian drängt es danach wie eine Taucherin, deren Sauerstoff zur Neige geht. Sie sieht ja, wie plötzlich, über Nacht, die Nachbarn aus ihren Wohnungen verschwinden. Aber Europa oder Amerika liegen in fast unendlicher Ferne. Wer nicht den illegalen Weg geht, der muss sich in der Türkei beim Flüchtlingshilfswerk der UN registrieren und dort auf einen Entscheid warten, zwei, drei Jahre lang. In stockenden Worten bittet uns Lilian um Hilfe, sie fleht uns an, sie selbst und die kleine Rafeef nach Europa zu bringen, weg von hier, aber was sollen wir tun?
***
Am 2. Mai 2010 greifen unbekannte Terroristen die bedeutendste und womöglich schutzloseste Ressource der Stadt Karakosh und aller irakischen Christen an: ihre Jugend.
Am Morgen jenes flirrenden Maitages ist Salaam müde. Er hat in der Nacht den Computer eines Freundes formatiert. Er trägt seine neue Jacke aus braunem Kunstleder, als er um kurz vor sieben zur Tahira-Kirche schlurft, wo 18 Busse aufgereiht stehen, um die Studenten aus Karakosh zur Universität nach Mosul zu bringen. Salaam findet nur einen Stehplatz in Bus Nummer fünf.
Er weiß in diesem Augenblick nicht, dass ihn dieser Maitag in einen Zyniker verwandeln wird, der bald nur noch nutzlose Zeit totschlagen wird. So wenig wie Adnan, der in Bus Nummer vier auf der letzten Bank sitzt, in diesem Augenblick ahnt, dass er einmal die anderen Kandidaten übertreffen wird auf dem Weg zum irakischen Priester.
Eingerahmt von Humvees der irakischen Armee, bewegt sich der Konvoi mit den 1200 christlichen Studenten auf der Straße nach Mosul, an Ladenfronten vorbei, struppigen Müllkippen und Werkstätten wie jener, in der Radif schon seit Sonnenaufgang an einem Truck herumschraubt. Um zwanzig nach sieben ruft Radif Lilian an und wünscht ihr alles Gute für ihren Schulexamenstag. In den Bussen, die sich der Werkstatt nähern, ist Salaam im Stehen eingenickt, Adnan schaut in das Mathematikbuch auf seinen Knien, Fragen der Topologie. Viele Studenten haben Bildchen von Jesus Christus oder der Gottesmutter in ihre Hefte gesteckt. Als könnten die bieten, was ihnen all die Humvees und Checkpoints und Kalaschnikows in ihrer Welt nicht wirklich verschaffen.
Der Konvoi verlangsamt seine Fahrt. Der nächste Checkpoint ist in Sichtweite. Die ersten drei Busse passieren ihn. Der vierte Bus, mit Adnan auf der letzten Bank, wird von der Straßenbombe in die Luft gehoben wie von einem Filmmonster. Adnans Kopf prallt ungebremst auf die Rückenlehne vor ihm. Radif läuft aus seiner Werkstatt, er will die Fahrer der folgenden Busse warnen, ein Freund versucht ihn noch aufzuhalten, aber vergebens. Radif rennt an Bus Nummer fünf vorbei; an Salaams Bus. Könnte man diesen Moment in einem Kamerabild einfrieren, dann würde man sehen, dass nur einige Meter zwischen Salaam, Adnan und Lilians Mann liegen. Ihre Schicksale haben sich ineinander verschlungen.
Salaam sagt, was ihn an der Explosion der zweiten Bombe, in einem geparkten Auto gleich neben Radif, bis heute verblüffe, sei die Stille gewesen, die darauf folgte. Nur dieses Meeresrauschen in den Ohren und die plötzlich hereinfallende Nacht um ihn herum. Bus Nummer fünf verfügte über eine Klimaanlage, alle Fenster waren geschlossen gewesen, die Druckwelle verwandelte sie in Abertausende Geschosse aus Glas. Salaam sagt, er habe etwas Glitschiges im Gesicht gespürt. Er habe gedacht, ihm seien die Augen aus ihren Höhlen gefallen. Er lag auf der Treppe neben dem Fahrersitz, der Busfahrer war aus dem Fenster gesprungen, Schuhe trampelten über Salaam hinweg, und er betete, Gott, lass mich nicht das Sehen verlieren, tue das meinen Eltern nicht an.
Und noch bevor Salaam und Adnan und 186 andere Verletzte auf den Ladeflächen irgendwelcher Pick-ups nach Karakosh gebracht wurden, bevor Vater Louis in das winzige Krankenhaus eilte, wo überall Schreiende lagen und zwischen ihnen, unter einer Wolldecke, Radif mit einem Loch in der Brust so groß wie ein Apfel, bevor die Panik der Eltern die Stadt erfasste und ein Priester an der Tür der hochschwangeren Lilian klingelte – bevor all dies geschah, sahen Menschen in einem Dorf neben dem Anschlagsort, wie die heilige Maria erschien und sämtliche Studenten emporhob und bei sich in Sicherheit barg.
Nur eine Gestalt, die an Radif erinnerte, sei herabgestürzt. So berichten es diese Dorfbewohner, Muslime, und schwören, es sei wahr.
***
Als Kind, erzählt Salaam, übernachtete er in heißen Sommernächten auf dem Hausdach, unter den Sternen. Manchmal nahm er diesen Kopffilm mit in den Schlaf: Er schwebt dort oben durch Raum und Zeit, ohne Heimat und ohne Ziel, einfach nur unterwegs. Dies sei bis heute sein Lieblingstraum, sagt Salaam.
Der Sonntag ist da. Nachts hat ein Gewitter den Himmel reingewaschen, nun liegt die Stadt unter einem tiefblauen grellen Morgen. Um sieben Uhr früh die ersten Messen; die Kirchen sind schon jetzt voll. Vor Hunderten stillen Zuhörern trägt Adnan das Gleichnis von den anvertrauten Talenten vor, dessen Botschaft lautet, dass man etwas anfangen soll mit dem, was man eben hat. Über den Altären hängen die Bilder ermordeter Priester. Irgendwo in einer der hinteren Reihen sitzt Lilian mit der kleinen Rafeef. Die Gottesdienste entfalten sich im strengen Auf und Ab des Singens und Deklamierens, Liturgiesprache ist Altsyrisch-Aramäisch, die Sprache Jesu.
Am Vormittag die Taufen: Gott, lass die Augen dieses Kindes in die Welt schauen, ohne der Sünde zu begegnen. Und nach den Messen am Spätnachmittag füllt die Jugend die Ringstraße, die man auch "Straße der Liebe" nennt, und erhascht Blicke und Berührungen.
Salaam gönnt sich und seinen Eltern an diesem Sonntag einen Ausflug nach Mar Matti. Wie ein Schloss aus einem Fantasy-Roman liegt dieses Kloster in den Bergen nördlich von Mosul. Hier baten die Eltern im Jahr 1985 Gott darum, ihnen endlich ein Kind zu schenken, und hier ließen sie es dann taufen. Jetzt stehen sie in der Kapelle im Düsterlicht und beten für Salaams Sehkraft und dafür, dass er eine schöne Gefährtin finden möge, hier im Irak, und dass Enkelkinder wie Blumen sprießen mögen. Dann gibt es ein Picknick, ein fröhliches Gelage in der Sonne mit viel Geschrei und Hühnerbeinen, und dann klingelt Salaams Telefon.
Ein Freund aus Karakosh, Anschlagsopfer auch er. Gerade kam die Nachricht: Er und Salaam werden Jobs bekommen. Salaam wird für gutes Geld bei der North Oil Company anfangen. Zweigstelle Ninive, vielleicht als Übersetzer. Schon morgen soll er seine Papiere ins Hauptquartier nach Mosul bringen. Er wird diese Reise wagen, und alles wird klappen.
Salaam zündet sich eine Zigarette an. Seine Augen hinter der Brille begegnen dem erwartungsfrohen Blick seiner Mutter. Optimismus durchströmt ihn jetzt. Es sieht aus, als gebe es vielleicht eine Zukunft für ihn, hier im Irak.