2008

liberty message

Thilo Thielke

Thielke -Thilo

Thilo Thielke schreibt seit 2003 als Korrespondent des Spiegels über Afrika – und das auf eine Art und Weise, die beispielhaft ist: engagiert, kenntnisreich und meinungsstark berichtet er aus Nairobi, Kenia. Der Radius seiner Arbeit aber umfasst viele Brennpunkte eines von Krisen geschüttelten Kontinents. Das spricht für seine Einsatzbereitschaft, die typisch ist für einen Reporter mit Herz und Seele, zeugt aber auch vom Willen, in größeren Zusammenhängen zu denken und zu recherchieren.

Thielkes Botschaft, egal ob er über den Sudan, die Zentralafrikanische Republik oder Kenia schreibt: Die Probleme vieler afrikanischer Länder bedingen und potenzieren sich – und der Westen und seine Hilfsorganisationen tragen bis heute dazu bei.

Thilo Thielke wurde 1968 in Hannover geboren. Seine ersten Artikel erschienen 1985 in der Neuen Presse. Daneben schrieb er auch für den Stern und die Frankfurter Rundschau. 1990 ging Thielke als Redakteur zu Spiegel TV. 1997 wechselte er in das Ressort Deutschland II des gedruckten Spiegels. 2001 arbeitete er in der Spiegel-Sportredaktion, 2002 im Auslandsressort des Nachrichtenmagazins.

Bereits in Deutschland veröffentlichte Thielke zwei Bücher: „An Gott kommt keiner vorbei“ – über den Fußballer Reinhard „Stan“ Libuda – und „Eine Liebe in Auschwitz“, die Lebensgeschichte eines polnisch-jüdischen Paars, das sich im KZ kennen lernt, flieht, getrennt wird und sich Jahrzehnte später wieder findet. Sein jüngstes Werk „Krieg im Lande des Mahdi. Darfur und der Zerfall des Sudan” steht beispielhaft für das Selbstverständnis des Afrika-Korrespondenten. Pointiert, mitreißend, detailliert, hintergründig zeichnet Thielke das Bild einer der größten humanitären Katastrophen unserer Zeit – ein fesselndes Buch und gleichzeitig der Steinbruch für viele weitere Beiträge über den Krieg und Genozid im Sudan, den sich Thielke in bester Reportermanier erschloss: Weil ausländische Journalisten keine Visa für Darfur bekommen, schleusten ihn Rebellen in das Land ein – für ein Fass Diesel. Das Risiko und die Gefahr eines solchen Wagnisses gab es gratis dazu.