2007

liberty message

Georg Blume

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Georg Blume ist einer der profiliertesten und erfahrendsten deutschen Auslandskorrespondenten. Einen Namen machte er sich vor allem durch seine Reportagen über Menschenrechtsverletzungen und Umweltskandale in China und wurde mit dem LIBERTY AWARD 2007 ausgezeichnet. Bei seinen Recherchen im sich rasant verändernden asiatischen Boomland lässt sich Blume auch nicht von Repressionen und Verhaftungen schrecken.

Blume wurde 1963 in Hannover geboren. Nach einer Zimmermannslehre in Hameln leistete er seinen Zivildienst in einem jüdischen Kinderheim und einem Zentrum für Friedensforschung in Paris. Blume blieb danach in Frankreich und wurde 1985 Korrespondent der taz. Für die Zeitung berichtete er über Themen wie Nachrüstung, antirassistische Bewegungen und den 200. Jahrestag der französischen Revolution. Mit seiner japanischen Frau Chikako Yamamoto zog Blume 1990 nach Tokio. Das Duo schrieb für die taz und die Schweizer Weltwoche, seit 1992 auch für Die Zeit. 1997 eröffneten taz und Die Zeit ein Büro in Peking. Seither berichtet das Paar aus China.
Blumes Texte sollen bei Lesern Verständnis für den kulturell eigenständigen Ansatz anderer Länder auf dem Weg zu mehr Demokratie und Freiheit wecken. Diktatorische Verhältnisse und Missstände aber prangert er offen an. So berichtet Blume nicht nur über Umweltkatastrophen und Menschenrechtsverletzungen – er dokumentiert auch die wachsende Freiheit der Chinesen, die sich im geringer werdenden Einfluss von Partei und Politik auf die Normalbürger manifestiert.
Für seinen journalistischen Anspruch geht der dreifache Familienvater auch persönliche Risiken ein. Seit 2003 wurde der Journalist dreimal verhaftet. Ende 2005 wurde er zum Beispiel bei Recherchen über so genannte Krebsdörfer an einem verschmutzten Fluss festgesetzt. Bei Nachforschungen über ein Staudammprojekt im Juli 2006 wurde Blume rüde in Gewahrsam genommen und stundenlang verhört. Erst nachdem er einwilligte, Notizen zu vernichten – Blume bestand darauf, dies selbst zu tun, um seine Informanten zu schützen – kam er frei.
Blume und Yamamoto haben die beiden Reportagebücher „Chinesische Reise“ und „Modell China“ über ihre Erfahrungen in dem asiatischen Land veröffentlicht.